UGANDA

die Perle von Afrika


Eine Reise durch Uganda mit Bildern von Wolfgang Wiedmann

Reisebericht Uganda 28.08.2015 – 11.09.2015

Als Honorarkonsul der Republik Uganda für Bayern und Baden-Württemberg freue ich mich über Ihr Interesse an Uganda. Lassen Sie sich im Bericht meiner letzten Uganda-Reise durch die Schönheiten und Sehenswürdigkeiten dieses faszinierenden Landes führen:


28.08. – 03.09.2015: Offizielle Termine in Kampala und Mubende: In meiner Funktion als Honorarkonsul habe ich in der Hauptstadt Ugandas, Kampala, eine Vielzahl an offiziellen Terminen wahrgenommen und Gespräche geführt bei der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS), Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), Uganda Wildlife (UWA) und Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Hervorheben möchte ich das Treffen mit der Stellvertretenden Botschafterin, Frau Dr. Petra Kochendörfer, sowie mein Besuch bei den National Ball Games for Primary Schools in Mubende. Dort waren aus ganz Uganda 4.000 Kinder versammelt, die an den Ballmeisterschaften teilgenommen haben. Dank der deutschen Unterstützung mit der Spende von 4.000 Bällen für jedes Kind und dem Engagement von Unicef sind seit einigen Jahren diese Ballmeisterschaften möglich, so auch wieder im nächsten Jahr. Sport bedeutet für die Kinder spielerisch Regeln lernen, Disziplin, im Team sein, zusammen etwas erreichen aber auch selbst für den Sieg kämpfen. Siehe dazu auch den Bericht der Deutschen Botschaft in Kampala auf ihrer Internet-Seite: http://www.kampala.diplo.de/Vertretung/kampala/en/__pr/2015/08/BallGames.html. Im Rahmen meiner Initiative African Talents (www.african-talents.com) habe ich mit vom FC Bayern gesponserten Fußbällen auch einen kleinen Teil dazu beitragen können, die Kinder für Ihre Anstrengungen zu belohnen und Ihnen weiter Motivatioin zu vermitteln. Die Kids haben sich mordmäßig gefreut über den Gruß von ihrem Dreamclub FC Bayern München !

03.09. – 04.09. - Kibale Forest: Von Kampala nach West-Uganda in die Stadt Fort Portal (ca. 300 km) muss ein ganzer Tag eingerechnet werden. Ab der Stadt Fort Portal geht es nur noch auf sog. dirt roads weiter in den Kibale Forest. Die braune holprige Straße ist umgeben von einer Wand mit exotischen Pflanzen, Urwaldriesen und Lianen. Am Wegesrand begrüßen uns Pavian-Familien, die sich über eine der köstlichen Mini-Bananen freuen, um blitzschnell damit in das dichte Grün zu verschwinden. Empfehlung Unterkunft im Kibale Forest: Kibale Forest Camp www.naturelodges.biz Das Camp liegt mitten im tropischen Wald: Diademmeerkatzen springen umher, Turakos rufen laut in den Baumwipfeln. Die nächtliche Geräuschkulisse durch Affen, Frösche und Vögel lassen hautnahes „Urwald-Feeling“ aufkommen. Im Camp wohnt man in Zelten, die auf Stelzen gebaut sind, Service und Verpflegung sind exzellent. Etwas luxuriöser die Primate Lodge Kabine www.ugandalodges.com
Schimpansen-Trekking im Kibale Forest: Das Trekking „Chimpanzee Habituation Experience“ im Kibale Forest ist ein erstes Highlight meiner Reise. In kleinen Gruppen mit max. 10 Personen wandert man durch den Dschungel auf der Suche nach den Schimpansen, die schon von Weitem zu hören sind. Die Schimpansen haben kaum Berührungsängste, so dass sich diese tatsächlich bis auf wenige Meter an uns heranwagen und eine sehr nahe Beobachtung zulassen. Soziales Verhalten, Fressen, Faulenzen, Klettern und Springen in den Bäumen ist sehr direkt zu erleben. Unsere nächsten Verwandten so nah in ihrem natürlichen Lebensraum zu erleben, ist fantastisch. Der Kibale Forest Nationalpark besitzt eine der höchsten Primatendichten weltweit. Darüber hinaus beherbergt der Park über 300 Vogelarten und 140 verschiedene Schmetterlingsarten.

04.09. – 06.09.: Queen Elizabeth Nationalpark (Fort Portal – QENP: ca. 100 km, 2 Std. Fahrzeit). Diesmal hatten wir im 1978 km² großen Queen Elizabeth NP besonders viel Glück: Direkt vor unserem Allradfahrzeug war es möglich, ein Löwenrudel bei der Jagd nach Uganda-Kobs zu beobachten! Bei meiner Safari durch den 1952 gegründeten Nationalpark waren zudem eine Vielzahl weitere Tiere zu beobachten: Elefanten, Büffel, Nilpferde, Wasserböcke, Warzenschweine, verschiedene Vogelarten, ja sogar ein Nilwaran lief an uns vorbei. Die Landschaft des Queen Elisabeth NP gestaltet sich sehr vielseitig und reicht von offener Savanne, über Buschland, Sümpfe, Flüsse und Seen bis hin zu tropischen Feuchtwäldern. Lohnend ist eine Bootsfahrt auf der dem Kazinga-Kanal, der natürlichen Wasserstraße zwischen dem Lake Edward im Westen und dem Lake Georg im Osten. Nilpferde, Wasserbüffel, seltene Wasservögel (Seeadler, Marabus, King Fischer Vögel), Krokodile, Elefanten, die zum Trinken ans Wasser gehen, waren aus nächster Nähe zu bestaunen.
Als Unterkunft empfehle ich die Bush Lodge, idyllisch am Kazinga-Kanal gelegen www.naturelodges.biz Die aufregenden Geräusche der Wildnis in der Dunkelheit und in der Nacht lassen einen fast glauben, direkt neben den Tieren zu schlafen. Von der Lodge aus lassen sich kurze Spaziergänge und Pirschfahrten (abends und morgens) in den Queen Elizabeth Park organisieren.Alternativ und etwas luxuriöser und mit exzellentem Ausblick auf den Lake George Kazionga Channel die Mweya Lodge www.mweyalodge.com. Lohnend ist außerdem ein Ausflug in die im Osten gelegene Bachschlucht Kyambura Gorge, in der habituierte Schimpansen sowie weitere Primaten leben. Auf der Fahrt Richtung Süden passierten wir den Ishasha-Sektor des QENP, wo die baumkletternden Löwen leben.

06.09. – 08.09. Fahrt in den Bwindi Impenetrable Forest Nationalpark (250 km – 4 Stunden Fahrzeit): Der Besuch der Gorillas stellt den Höhepunkt einer jeden Uganda-Reise dar. In Bwindi lebt ungefähr die Hälfte der Weltpopulation der Gorillas (derzeit leben in Uganda, Ruanda und im Kongo insgesamt 880 Tiere, davon die Hälfte in Uganda). Seit 2010 gibt es speziell für den Gorillatourismus sechs habituierte Gorillagruppen, die an die Nähe zu Menschen gewöhnt sind, sie akzeptieren die Parkbesucher in ihren Revieren. Die Besucherzahlen für das Gorilla-Tracking sind zum Schutz der Tiere und deren Lebensraum nach wie vor stark limitiert und der Aufenthalt bei den Gorillas auf eine Stunde begrenzt. Ich erlebte die Begegnung mit diesen sanften Riesen und die respektvolle Teilnahme an ihrem Leben als ein ergreifendes Erlebnis, was die abenteuerliche und zum Teil anstrengende Wanderung durch den Impenetrable Forest, den undurchdringlichen Wald, entschädigt. Am Rande des Bwindi Impenetrable Nationalparks in dem Dorf Buhoma ist die Begegnung mit den Batwa-Pygmäen auf dem Batwa-Trail ein weiteres beeindruckendes Erlebnis. Im Länderdreieck DR Kongo, Ruanda und Uganda ist noch die Ethnie der „Batwa-Pygmäen“ zu finden, die als Jäger und Sammler mit der Natur in den Wäldern lebten. Die Batwa demonstrieren traditionelle Bräuche, Jagen, Hausbauen, Feuermachen, mit den Ressourcen aus dem Wald zu leben. Leider wurden die Batwa aus ihrem ursprünglichen Lebensraum zum grossen Teil vertrieben, sie leben nun am Rand des Waldes.
Als Unterkunft empfehle ich die Silverback Lodge www.silverbacklodge.com oder die Mahogany Springs Lodge in Buhoma www.mahoganysprings.com. oder die absolute Luxus Bush Variante: Sanctuary Gorilla Forest Camp www.sanctuaryretreats.com

08.09. – 11.09.: Kisoro / Mgahinga Nationalpark (Fahrt von Bwindi nach Kisoro (30 km – 45 Minuten Fahrzeit), Empfehlung Unterkunft in Kisoro: Traveller’s Rest www.naturelodges.biz Im Travelleres Rest wohnte Dian Fossey, die amerikanische Zoologin und Verhaltensforscherin, die ihr Leben der Erforschung des Verhaltens sowie dem Schutz der Berggorillas widmete.
Von Kisoro aus lassen sich ebenfalls Gorilla-Trekkings in den Mgahinga-Nationalpark buchen. Wunderschön war mein Ausflug zu dem äußerst idyllisch gelegenen Lake Mutanda. Der See ist umrahmt von der grandiosen Kulisse der Vulkankegel der Virunga Bergkette. Als Entspannung bietet sich im Mutanda Lake Resort eine Kaffee- oder Teepause an. Von dort werden Kanutouren oder Wanderungen um das Seeufer organisiert. Von der Terrasse der Lodge hat man einen phantastischen Blick auf den ganzen See. Neben den Gorillas und Schimpansen hat mich eine weitere Wanderung zu den Golden Monkeys im Mgahinga Nationalpark beeindruckt. Die Wanderung führt auf schmalen Pfaden vorbei an Riesenfarnen, mit Moos bewachsenen Bäumen und den Virunga-Vulkanen sowie dem 3.600 Meter hohen Mount Sabinyo. Die Golden Monkeys (Goldmeerkatzen) leben ausschließlich in diesem kleinen Gebiet in Ostafrika, es ist eine der seltensten Affenarten der Welt. Diesen kleinen flinken Äffchen mit ihren goldbraunen Rücken beim Toben in den Bäumen, Fressen oder Spielen zuzuschauen, war fabelhaft. Die dichten und hohen Bambuswälder, in die sich die Affen zum Fressen zurückziehen, zeigt, wie abwechslungsreich die Landschaft ist.
Von Kisoro aus lässt sich am besten über die ruandische Hauptstadt Kigali entweder ein Weiterflug z.B. auf die Urlaubsinsel Sansibar oder zurück nach Deutschland organisieren. Die Fahrt nach Kigali mit Grenzübertritt nach Ruanda ist problemlos und war an einem halben Tag zu schaffen.
Tipps: Die niederländische Fluggesellschaft KLM bietet günstige Flüge über Amsterdam nach Entebbe via Kigali an. Zu buchen über die bekannten Portale im Internet. Von Kigali nach Sansibar empfehle ich Rwandair und Precision Air, diese konnten mit sehr gutem und neuem Fluggerät aufwarten.
Nachtfahrten sollten aufgrund fehlender Straßenbeleuchtung und –markierung vermieden werden. Zu beachten sind auch die Hinweise auf der Seite des Auswärtigen Amtes:
https://www.auswaertiges-amt.de/DE/Laenderinformationen/00-SiHi/UgandaSicherheit.html

Da es in Uganda keinen Massentourismus gibt, können die Naturschönheiten des Landes sehr intim erlebt werden. In den Nationalparks ist man streckenweise alleine mit den Rangern unterwegs, so dass man die Natur fast „für sich“ hat. Uganda ist mit seinem wunderschönen, mannigfaltigen Landschaftsbild, seinem Reichtum an Flora und Fauna und seinen freundlichen Menschen eines der faszinierendsten Reiseländer Afrikas, nicht umsonst wurde Uganda einst vom englischen Premier Winston Churchill als die „Perle Afrikas“ bezeichnet.

Wir danken unserem hervorragenden Guide und Fahrer Ally Murshid, der uns die schönsten Plätze gezeigt und die besten Begegnungen mit Tieren und Menschen vermittelt hat. Ein Dankeschön auch an Stefan Buck von Uganda-Tanzania Safaris für seine Empfehlungen und Unterstützung. www.uganda-tanzania.com

Ich wünsche Ihnen viel Spaß und tolle Erlebnisse auf Ihrer nächsten Reise nach Uganda.

Ihr. Dr. Wolfgang Wiedmann
Honorarkonsul der Republik Uganda
für Bayern und Baden-Württemberg






Reiseführer Uganda € 28,00 DVD Uganda & Berggorillas € 14,00 Info und Bestellung









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Fotos: Annette Weidner, Wolfgang Wiedmann